In low spirits…

Sicher kennt ihr diese Tage auch. Man wacht auf und erledigt seinen Alltag in der gleichen Routine, wie immer und obwohl eigentlich nichts ungewöhnliches passiert ist , ist man irgendwie nicht besonders gut drauf. Etwas drückt die Laune gewaltig und auch wenn es kein richtiger Desaster-Tag ist, reicht die schlechte Laune aus, um den Tag zu vermasseln. Und genau so ein Tag war heute bzw. eig schon gestern. 

Eigentlich war gestern alles recht normal, ich war arbeiten und danach war geplant meinen Freund zu sehen. Aus irgendwelchen Gründen konnte ich mich aber nicht richtig auf ihn freuen und als er dann da war, hat sich dieses Gefühl auch nicht wirklich gebessert. Die Dinge, die er mir erzählt hat haben mich eher genervt und in Gedanken hab ich nur die Augen verdreht. Er ist toll und wenn ich ehrlich zu mir bin, glaube ich auch nicht, dass ich jemand besseren finden kann. Jemand, der mich liebt, wie ich bin und mein Wesen so gut versteht. Dennoch ergründet sich für mich langsam das Netz aus den vielen kleinen Eigenschaften, die für bestimmte Verhaltensmuster seinerseits verantwortlich sind und diese entsprechen so gar nicht meinen eigenen. 

Er ist jemand, der viel Bestätigung braucht und zwar von vielen Menschen. Die holt er sich zum einen natürlich durch mich, zum anderen durch seinen großen Freundes und Bekanntenkreis. Er ist jemand, der viel unternimmt und immer auf Achse ist. Soweit so gut. Dass ich nicht so bin, ist ja schon klar. Der Punkt ist, dass er scheinbar so ein bisschen dieses Gutmenschen-Denken hat und meint, jeder Mensch, mit dem er mal ein interessantes Gespräch geführt hat, ist auch ein interessanter Mensch. Und dieser Mensch verdient seine Aufmerksamkeit, weshalb sein Bekanntenkreis immer weiter wächst und seine Zeit ziemlich verplant ist. Wir sehen uns oft, das ist nicht das Problem. Eher, dass ich sein schlechtes Zeitmanagement und die Aufmerksamkeitssucht irgendwie anstrengend finde. Manchmal kommt er dann zu mir und ist ziemlich platt, weil er den Tag schon viel gemacht hat und ich muss dann den Pausenclown spielen und ihn aufmuntern. Okay…das klingt böse oder? So soll das gar nicht gemeint sein, aber ich rede mir hier ein bisschen den Frust von der Seele – oder besser schreibe. Der/die ein oder andere wird sich denken: Hey, wieso sagst du ihm das nicht? Genau das hab ich aber schon und er hat mir auch total zugestimmt. Er findet es sogar toll, dass ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe. Trotzdem beschäftigt mich das irgendwie. Obwohl er keineswegs doof ist oder so, im Gegenteil, ist er manchmal einfach so ein Verpeiler. Pflichten schiebt er voll vor sich her und unangenehme Dinge verdrängt er. Vor ein paar Wochen meinte er zu mir, dass er jetzt Praktika machen will. Trotzdem hat er nicht wirklich etwas dafür getan, weil er keinen Plan und Antrieb hatte. Ich hatte ihm angeboten mal eine Liste zusammen mit ihm zu erstellen, was er sich vorstellen könnte, was ihn interessiert und worin seine Stärken liegen. Als ich ihn dann mal gefragt hatte, wie es voran geht mit der Suche, kam nicht viel. Schließlich hab ich ihm über Kontakte was vermittelt, aber die Bewerbung hat er immer noch nicht abgegeben, obwohl das jetzt sicher zwei Wochen her ist. Gut, man muss dazu sagen, dass er auch Klausuren schreibt, aber nicht grad dicht auf dicht. 

Schon komisch, anfangs dachte ich, er ist jemand, der sein Leben vollkommen im Griff hat. Gegen ihn hab ich mich bisschen unfähig gefühlt :D. Aber nach und nach stellt man eben doch so einiges fest. 

Das Problem ist, seine vielen Menschen sind ihm wichtiger als alles andere. Ich hab zwar das Glück, dass ich dazugehöre und einen großen Stellenwert einnehme, dennoch wieso stört mich das so? Hab ich Angst davor vernachlässigt zu werden? Bin ich eifersüchtig? Nervt mich seine Verplantheit? Hab ich Angst davor, die selbe Aktivität aufbringen zu müssen, wie er? Angst, dass ich Teil seines riesigen Netzwerkes sein muss? 

Anfangs war ich öfters dabei, wenn sich seine Clique getroffen hat. Die sind auch nett, das ist nicht das Problem. Aber ich fühl mich einfach etwas überfordert unter so vielen Menschen zu sein, besonders, wenn ich die nicht gut kenne. Ich bin eher still, obwohl das auch anders sein kann. Meistens finde ich es aber anstrengend unter so vielen Menschen zu sein und mich mit allen zu unterhalten :o. Mittlerweile bin ich auch fast gar nicht mehr dabei gewesen. Obwohl ich nicht so viel Lust habe, hab ich trotzdem meistens ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann nicht mitkomme. Ich weiß einfach nicht genau wie ich mich verhalten soll und was ich eigentlich will. Will ich Teil dieser Clique sein? Oder nicht? Ich mag’s nicht, wenn ich zu etwas gedrängt werde oder das Gefühl hab, ich muss etwas tun. Dann mach ich’s erst recht nicht. Oft denk ich mir dann: das sind seine Freunde und nicht meine. Und wenn wir uns mal trennen sollten, dann bleiben sie seine, aber nicht meine Freunde. Und wirklich vertraut kann ich deswegen eh nicht mit ihnen sein. Er drängt mich auch gar nicht, aber würde sich natürlich freuen.

Morgen steht mal wieder so ein Treffen an. Gemeinsam bowlen gehen. Hmm…mal sehen. Dass ich meine Periode bekomm,trägt auch auch nicht grad zu guter Laube bei (sorry, für die Info :D)

Puh, das wurde ganz schön lang :O. Aber tut gut, das loszuwerden :). 
Blueumi

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