Ernüchternd 

Gerade sitze ich hier und höre mir Songs an. Habe festgestellt, dass ich eine neue Playlist brauche und zwar mit melancholischen Liedern. Lieder, die man sich anhören kann, wenn man das Bedürfnis nach stiller Kommunikation hat und Verständnis für die eigenen Gefühle braucht. Wenn du nicht reden magst, sondern einfach nur fühlst. Und wenn in dir ein großes Loch der Leere ist. 

Es ist vorbei. Leider? Zum Glück? Schon? Ja, wahrscheinlich sogar alles zusammen. Schon seltsam. Letztes Jahr um die Zeit waren wir noch gar nicht lange zusammen gekommen. Und heute vor 3 Monaten sind wir zusammengezogen. Ich hatte ziemlich Bammel, das ist ein großer Schritt, sowieso, aber besonders für mich. Bin ein ängstlicher Mensch mit Selbstwertproblemen und einer leichten sozialen Störung. Meine Alarmglocken hatten erst leise geläutet. Bist du dir sicher? Du bist unsicher. Du weißt irgendetwas in dir hat Zweifel. Sind wir zu verschieden? Willst du wirklich? Traust du dir das zu? Was ist, wenn er das Zusammenleben mit dir anstrengend findet? Wenn du dich nicht zurückziehen kannst…

Pssst. Sei still. Du hast nur Angst, wie immer. Ich will das jetzt. Ich muss. Das ist jetzt wichtig für dich. 

Und dann war es soweit. Mir ging es nicht gut, hatte mal wieder Probleme mit meiner Familie. Mich nimmt das immer sehr mit und dann sollte ich auch noch diesen Schritt machen? Aber gut, du kannst jetzt keinen Rückzieher mehr machen, du schaffst das! 

Und dann….dann begann unser gemeinsamer Alltag. Aber nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Es gab von Anfang an Probleme und irgendwann hab ich mich gefühlt wie in einem Strudel, der mich immer weiter runterzieht. Er hatte nicht das Verständnis für mich, das ich mir erhofft hatte. Aber ich hab ihm doch nie etwas vor gemacht? Ich war immer ehrlich, was mich angeht. Jetzt ist er überrascht? Und trotzdem. Wir redeten. Immer und immer wieder. Ich arbeitete an mir, sehr stark. Ich gab mir Mühe auf seine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Aber von ihm kam nicht so viel. Er gab mir die Schuld. 

Konflikte. Vorwürfe. schöne Stunden. Kuscheln. Alltag. Stress. Unverständnis. Angst. Rücksichtnahme. Kritik. Wut. Gespräche. Versöhnung. Unternehmungen. Öffnung. Trübsinn. Gespräche. Aufmunterung. Gute Laune. Vorwürfe. Klärung. Trübsinn. Zweifel. Zweifel. Zweifel. Verdrängung. Alltag. Gespräch. Zweifel. Trauer. 

„Es ist ganz einfach“, habe ich zu ihm gesagt, „entweder du willst mit mir zusammen sein oder nicht. Ich bin immer noch die Gleiche. Aber wenn nicht das Gefühl überwiegt, dass du mit mir zusammen sein willst, sondern der Zweifel, dann hat es keinen Sinn mehr.“ 

Und dann….dann haben wir uns getrennt. Während des Frühstücks. Mein Herz schlug bis in meinen Hals, obwohl ich diejenige war, die es aussprach. Das, was wir wohl schon lange beide gespürt hatten. Sei stark, dachte ich mir. Du bist doch auch unglücklich. Ist das denn die Beziehung, die du dir gewünscht hast? Nein….

Und dann bin ich gegangen. 

Was jetzt bleibt ist einfach Leere. Ich vermisse ihn nicht mal besonders arg. Ich bin einfach traurig. Gedanken kreisen in meinen Kopf. Wieso klappt es nicht? Wieso täuscht du dich? Wieso bist du jetzt wieder allein? Gibt es jemanden, der dich ergänzen kann? Tief drinnen ist da eine Sehnsucht, nach etwas ganz besonderem. Etwas, das keine Worte braucht, sondern nur Blicke und gemeinsames Schweigen und das Gefühl von einer tieferen Verbundenheit, als jedes „ich liebe dich“ einem geben könnte. Es wird dauern, aber irgendwann kommt sie wieder. Leise Hoffnung
blueumi 

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