Ich bin toll

Die Überschrift meines ersten Beitrags wirkt wohl für die meisten auf anhieb eher abschreckend. Klingt ziemlich arrogant oder? Was bildet sie sich eigentlich ein so zufrieden mit sich selbst zu sein? Sie sollte etwas bescheidener sein…

Das oder so ähnlich könnten vermutlich die Gedanken sein, die Menschen empfinden, wenn jemand zu ihnen sagt: Hey, aber eigentlich finde ich mich ziemlich toll so wie ich bin. Selbstbewusstsein wird dann schnell abgestempelt, als falsche Fassade oder narzisstische Einstellung. Dürfen wir denn heutzutage nicht einfach froh sein, so zu sein wie wir sind? In einer Zeit, in der der Fokus mehr auf den Mäkeln und den „Fehlern“ liegt, als auf den Besonderheiten und Stärken. In der man versucht sich zu optimieren, um Ankerkennung zu bekommen, beliebt zu sein oder den richtigen Partner zu finden. Da ist wohl kein Platz für jemand, der einfach sagt: Fuck it, ich ziemlich nice, was juckt es mich was andere denken? Es hat einen schließlich zu jucken was andere denken. Oder vielleicht doch nicht?

Sich selbst anzunehmen, wie man ist, scheint fast eine der größten Herausforderungen unserer modernen Wohlstandsgesellschaft zu sein. Man kann sich heute viel mehr Gedanken darüber machen, ob man denn auch die richtige Figur hat, attraktiv genug ist, genug Freunde oder einen attraktiven Partner hat etc. Aber trotzdem bleibt immer dieses kleine Quäntchen im Hinterkopf: vielleicht reich ich doch noch nicht aus, vielleicht sollte ich noch dies und jenes machen, ausprobieren, ändern oder verbessern könnte und dann kann ich mich endlich so akzeptieren wie ich bin. Und glaubt mir, ich spreche da aus Erfahrung. Es gab eigentlich immer irgendetwas an mir und in meinem Leben das mich störte. Dass ich nicht so groß war, dass ich immer für jünger gehalten wurde, als ich war etc. Über die Jahre habe ich mich immer mehr in Selbstliebe geübt und bin mittlerweile an einem ganz guten Punkt angekommen, wobei ich natürlich trotzdem schlechte Tage hab, an denen einfach alles zum Kotzen ist. Ich glaube es geht fast jedem so, dass er oder sie das ein oder andere mal unzufrieden mit sich selbst war oder gerne etwas an sich oder seinem Leben verändert hätte. Das gehört wohl auch ein Stück weit einfach dazu. Trotzdem fällt es mir immer wieder auf, wie viele Menschen doch von starken Selbstzweifeln geplagt sind. Und Social Media wie Instagram mit ihren scheinbar perfekten Menschen liefert da einen großen Beitrag. Ich will jetzt auch gar nicht auf das ach so böse social Media schimpfen, aber ich finde es trotzdem wichtig darauf aufmerksam zu machen. Auch wenn viele mittlerweile wissen, dass das Bild, welches dort gezeigt wird, nicht der Realität entspricht und kaum ein Celebrity nicht mit Facetune oder anderen Schönheitsverbesserungsapps (schöne Wortkreation, nicht wahr?!) arbeitet, so macht es was mit unseren Gehirnen. Das Gehirn kann nämlich nicht unterscheiden, was wahr und was falsch ist. Zuerst nehmen wir nämlich einfach einen visuellen Reiz wahr. Einmal, zweimal, dreimal….und diese Reize sind immer ähnlich. Ich beziehe mein Beispiel jetzt auf Frauen, aber für Männer gilt das natürlich gleichermaßen. Also was sehen wir denn nun? Wunderschöne, fast in steingemeißelte Körper, flache Bäuche, Kurven, Knackpo, volles Dekolleté, volle Lippen, engelsgleiche Gesichter und eine Haut, die aussieht, als wäre sie aus weichen Wolken kreiert worden. Und was passiert dann in unserem Gehirn? Unser Unterbewusstsein nimmt diese Reize ständig auf und irgendwann speichert es diese einfach als allgemein gültige Realität ab. Aha -so sieht also ein schöner Mensch aus. Sehe ich selbst so aus? Nein. Okay, dann bin ich demnach kein schöner Mensch. Tja, dumm gelaufen…du bist also dazu verdammt in deiner hässlichen Existenz zu verweilen, solange du nicht wie die Reichen und Schönen einfach deinen best-buddy den Schönheitsdoc anrufen kannst, der mal eben deine „Unschönheiten“ behebt. Okay, jetzt werde ich sarkastisch. Ich finde jeder Mensch hat natürlich das recht das zu machen, was sich für ihn richtig anfühlt. Doch der Schönheitswahn und der Perfektionismus greifen wirklich um sich wie die Vogelgrippe damals. Hey, du, du der das jetzt gerade liest. Du bist wirklich toll so wie du bist. Das musste mal gesagt werden, auch wenn es vielleicht cringy klingen mag.

Jeder hat mal einen schlechten Tag und fühlt sich mies oder unattraktiv, nicht gut genug oder was auch immer es ist. Aber wenn du am Ende des Tages in den Spiegel schaust, dann sag deinem Gegenüber doch mal: Eigentlich bist du doch ziemlich unperfekt perfekt so als Gesamtpaket! Ich bin mir sicher das tut dem Ich hinter dem Spiegel gut.

 

In diesem Sinne,

eure Müri

 

 

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